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Ratgeber · Bau und Handwerk

Regiebericht: Was hineingehört, wer unterschreibt und wie die Stunden bezahlt werden

Von Mario KaiserStand 13. Oktober 2026Lesezeit rund 8 Minuten

Ein Regiebericht hält fest, welche Arbeiten außerhalb des vereinbarten Leistungsverzeichnisses nach Stunden ausgeführt wurden: wer, wie lange, mit welchen Geräten und welchem Material, auf wessen Anordnung. Unterschreibt der Auftraggeber ihn, ist er die Grundlage für die Abrechnung der Regiestunden. Fehlt die Unterschrift oder kommt der Zettel zu spät, wird um das Geld gestritten.

Was ist ein Regiebericht?

Auf dem Bau wird die meiste Arbeit nach Aufmaß abgerechnet: nach Metern, Kubikmetern oder Stück, so wie es im Leistungsverzeichnis steht. Regiearbeit ist alles, was dort nicht steht und deshalb nach Zeit bezahlt wird, etwa eine Handschachtung neben einer Leitung, von der vorher niemand wusste.

Der Regiebericht ist der Nachweis dafür. Die VOB/B nennt ihn Stundenlohnzettel. Auf Baustellen heißt er auch Rapportzettel, Regiezettel oder Tagelohnzettel. Gemeint ist immer dasselbe Papier.

Regiebericht und Bautagesbericht

Der Bautagesbericht beschreibt den ganzen Tag auf der Baustelle: Wetter, Besetzung, erledigte Arbeiten, Lieferungen und Besonderheiten. Der Regiebericht erfasst nur die Arbeiten, die nach Stunden bezahlt werden sollen, und braucht dafür die Unterschrift des Auftraggebers. Beide können am selben Tag entstehen, sie ersetzen sich aber nicht.

Was in einen Regiebericht gehört

Die VOB/B verlangt Angaben über die geleisteten Arbeitsstunden und den besonders zu vergütenden Aufwand, etwa für Stoffe, Geräte, Maschinen und Frachten (§ 15 Abs. 3 VOB/B). Damit der Bericht im Streitfall trägt, gehören in der Praxis diese Angaben hinein:

  • Bauvorhaben und Auftraggeber
  • Datum, Beginn und Ende der Arbeit
  • Namen und Qualifikation der Arbeitskräfte
  • Stunden je Person
  • Geräte und Maschinen mit Einsatzstunden
  • Verbrauchtes Material mit Menge
  • Kurze Beschreibung der Arbeit
  • Wer die Arbeit angeordnet hat
  • Unterschrift des Auftraggebers oder seines Vertreters
  • Unterschrift Ihres eigenen Verantwortlichen

Was oft fehlt und später Ärger macht

  • Wer angeordnet hat. Ohne Namen ist später unklar, ob die Arbeit überhaupt beauftragt war.
  • Gerätestunden. Der Bagger lief mit, steht aber nicht auf dem Zettel.
  • Fotos vom Zustand vorher und nachher. Sie zeigen, was angetroffen wurde und warum die Arbeit nötig war.
  • Die Abgrenzung zur Vertragsleistung. Steht nicht da, warum die Arbeit nicht im Leistungsverzeichnis enthalten ist, wird genau darüber gestritten.

Fotos und Skizzen

Ein Foto im Gruppenchat ersetzt keinen Bericht. Es hat keinen sicheren Bezug zu Datum, Bauvorhaben und Unterschrift, und nach ein paar Wochen findet es keiner mehr. Fotos und Skizzen gehören an den Bericht, mit Datum und Baustelle.

Wer unterschreibt, und bis wann?

Ist die VOB/B in den Bauvertrag einbezogen, regelt sie den Ablauf ziemlich genau. Unterschreiben, also bescheinigen, muss in der Regel der Auftraggeber oder jemand, der ihn auf der Baustelle vertreten darf. Die Fristen in der Reihenfolge, in der sie auf der Baustelle anfallen:

  1. Vor Beginn der Arbeit

    Stundenlohnarbeit vereinbaren und anzeigen

    Stundenlohnarbeiten werden nur vergütet, wenn sie vor ihrem Beginn ausdrücklich als solche vereinbart wurden (§ 2 Abs. 10 VOB/B). Die Ausführung ist dem Auftraggeber vor Beginn anzuzeigen (§ 15 Abs. 3).

  2. Werktäglich oder wöchentlich

    Zettel einreichen

    Die Stundenlohnzettel gehen je nach Verkehrssitte jeden Werktag oder jede Woche an den Auftraggeber (§ 15 Abs. 3). Notieren Sie, wann er sie bekommen hat: Mit dem Zugang beginnt die nächste Frist.

  3. Spätestens 6 Werktage nach Zugang

    Auftraggeber gibt die bescheinigten Zettel zurück

    Unverzüglich, spätestens innerhalb von 6 Werktagen. Einwendungen kann er auf dem Zettel oder gesondert schriftlich erheben (§ 15 Abs. 3).

    Werktage ab Zugang des Zettels

  4. Frist verstrichen

    Nicht zurückgegebene Zettel gelten als anerkannt

    So steht es in § 15 Abs. 3: „Nicht fristgemäß zurückgegebene Stundenlohnzettel gelten als anerkannt.“ Das schützt Sie vor einem Auftraggeber, der den Zettel einfach liegen lässt, aber nur, wenn Sie den Zugang belegen können.

  5. Spätestens alle 4 Wochen

    Stundenlohnrechnung stellen

    Alsbald nach Abschluss der Stundenlohnarbeiten, bei längeren Arbeiten in Abständen von höchstens 4 Wochen (§ 15 Abs. 4).

Gilt die VOB/B nicht, etwa bei einem reinen BGB-Vertrag oder bei Privatkunden, regelt der Vertrag die Stundenabrechnung. Halten Sie dort im Zweifel schriftlich fest, wie Stunden nachgewiesen und bestätigt werden.

Keine Rechtsberatung. Dieser Artikel gibt die VOB/B verkürzt wieder, Stand der Quellen Oktober 2026. Wie ein Gericht einen Einzelfall sieht, kann davon abweichen. Lassen Sie sich im Einzelfall beraten, etwa über Ihre Innung oder von einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht.

Wie Regiestunden abgerechnet werden

Abgerechnet wird nach dem, was vereinbart ist, also nach den Stundensätzen aus Vertrag oder Angebot. Fehlt eine Vereinbarung, gilt nach VOB/B die ortsübliche Vergütung. Lässt sich auch die nicht feststellen, werden die Aufwendungen mit angemessenen Zuschlägen für Gemeinkosten und Gewinn erstattet (§ 15 Abs. 1).

Grundlage der Rechnung sind die bescheinigten Zettel. Jede Stunde auf der Rechnung sollte sich in einem Bericht wiederfinden, mit Datum, Person und Baustelle.

Wurden die Zettel nicht rechtzeitig vorgelegt und ist der Umfang deshalb strittig, kann der Auftraggeber verlangen, dass nur die nachweisbar ausgeführten Leistungen nach einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand vergütet werden (§ 15 Abs. 5). Spätestens dann zahlt sich ein sauberer Bericht aus.

Warum Regiestunden oft nicht bezahlt werden

  • Der Zettel kommt zu spät ins Büro.Er liegt eine Woche im Führerhaus. Die Rechnung wartet, und beim Auftraggeber erinnert sich keiner mehr an die Arbeit.
  • Er ist unleserlich oder unvollständig.Es fehlen Gerätestunden, die anordnende Person oder die Beschreibung. Jede Lücke ist ein Grund zum Kürzen.
  • Die Unterschrift fehlt, weil der Auftraggeber nicht vor Ort war.Dann wird der Zettel hinterhergeschickt, und ob und wann er angekommen ist, weiß niemand genau.
Vergleich

Papier, Vorlage oder App: was zu welchem Betrieb passt

Drei Wege für den Regiebericht im Vergleich
DurchschreibesatzWord- oder Excel-VorlageApp
Unterschrift vor Ortjaja, auf dem Ausdruckja, auf dem Display
Ohne Netzjaja, ausgedrucktnur, wenn die App dafür gebaut ist
Lesbar im Büroje nach Handschriftja, wenn am Rechner ausgefülltja
Fotos am Berichtneinnur getrenntja
Im Büro am selben Tagnur, wenn ihn jemand bringtper Scan oder Mailja, sobald Empfang da ist
Suche und ArchivOrdner im BüroDateiablagemeist nach Baustelle und Datum

Eine App lohnt sich vor allem, wenn mehrere Kolonnen gleichzeitig unterwegs sind, wenn regelmäßig Regie anfällt und wenn es schon einmal Streit um Stunden gab. Wer nur selten Regie abrechnet, ist mit der Vorlage weiter unten gut bedient. Wie es am Handy aussieht, zeigt BauDoku, die App für Regieberichte.

Aus der Praxis

Beispiel aus der Praxis: Regieberichte bei BMS Tiefbau

Die BMS GmbH ist ein Tiefbaubetrieb aus Landsberg am Lech. Seit Ende Juli 2026 schreibt sie ihre Regieberichte mit BauDoku, einer Software, die wir für sie gebaut haben.

Der Vorarbeiter füllt den Bericht am iPad aus, unterschreiben lassen kann er direkt auf dem Display, und das PDF wird archiviert. Das funktioniert auch ohne Netz: Das Gerät speichert den Bericht und schickt ihn nach, sobald wieder Empfang da ist. KI ist bewusst nicht im Spiel, im Bericht steht nur, was der Vorarbeiter eingetragen hat.

Wenn bei Ihnen ein anderer Ablauf hakt als der Regiebericht, lesen Sie weiter bei eigene Software für Ihre Abläufe.

Regiebericht als PDF am Handy mit Kopf, Auftragsbeschreibung und Personal
Unterschriftsfeld für den Auftraggeber mit Unterschrift per Finger
Echte Ansichten aus BauDoku, mit Beispieldaten statt Kundendaten.
Vorschau der Regiebericht-Vorlage: eine Seite A4 mit Feldern für Bauvorhaben, Personal, Geräte, Material und zwei Unterschriften
Kostenlose Vorlage

Vorlage: Regiebericht als PDF

Eine Seite A4 zum Ausdrucken, mit allen Angaben aus der Checkliste oben. Ohne Anmeldung und ohne E-Mail-Adresse.

  • Bauvorhaben, Auftraggeber und wer die Arbeit angeordnet hat
  • Personal mit Beginn, Ende, Pause und Stunden
  • Geräte und Material in eigenen Tabellen
  • Zwei Unterschriftsfelder mit Datum und Uhrzeit, dazu Platz für Einwendungen

Lieber gleich digital? BauDoku an Ihrem eigenen Bericht zeigen lassen

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Regiebericht

Ist ein Regiebericht ohne Unterschrift wertlos?

Nicht automatisch, aber der Nachweis wird deutlich schwerer. Bei VOB/B-Verträgen hilft die Frist: Gibt der Auftraggeber eingereichte Stundenlohnzettel nicht spätestens 6 Werktage nach Zugang zurück, gelten sie als anerkannt (§ 15 Abs. 3 VOB/B). Dafür sollten Sie belegen können, wann er den Zettel bekommen hat.

Was ist der Unterschied zwischen Regiebericht und Bautagesbericht?

Der Bautagesbericht dokumentiert den ganzen Tag auf der Baustelle, vom Wetter bis zu den Lieferungen. Der Regiebericht erfasst nur die Arbeiten, die nach Stunden bezahlt werden sollen, und braucht dafür die Unterschrift des Auftraggebers.

Darf ich den Regiebericht digital unterschreiben lassen?

Die VOB/B spricht von bescheinigten Stundenlohnzetteln und nennt keine bestimmte Form der Unterschrift. Apps für Regieberichte bieten dafür eine Unterschrift auf dem Display an. Wichtig ist, dass klar ist, wer wann welchen Bericht unterschrieben hat, und dass das PDF danach nicht mehr verändert wird. Ob das für Ihren Vertrag reicht, klären Sie im Zweifel vorher mit dem Auftraggeber.

Muss ich Regiearbeiten vorher ankündigen?

Bei VOB/B-Verträgen ja. Die Ausführung von Stundenlohnarbeiten ist dem Auftraggeber vor Beginn anzuzeigen (§ 15 Abs. 3 VOB/B), und vergütet werden sie nur, wenn sie vorher ausdrücklich als Stundenlohnarbeit vereinbart wurden (§ 2 Abs. 10 VOB/B).

Kann ich Regiestunden nachträglich aufschreiben?

Möglich ist es, aber angreifbar. Je später der Bericht entsteht, desto leichter lässt er sich bestreiten, und die VOB/B sieht die Einreichung werktäglich oder wöchentlich vor. Am sichersten ist der Bericht vom selben Tag, unterschrieben, solange alle noch auf der Baustelle sind.

Mario Kaiser
Über den Autor

Mario Kaiser

Inhaber von 5 Seen Studios in Altomünster, Landkreis Dachau. Wir bauen Websites und Software für Betriebe aus der Region, darunter BauDoku für Regieberichte am Handy. Mehr über 5 Seen Studios

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